Tannenbaum

Die Geschichte zum Lied von „Oh Tannenbaum“

Ich komme gerade von einer weihnachtlichen Lesung mit Gesangseinlagen nach Hause. Gesungen wurde das bekannte Lied „Oh Tannenbaum“. Viel spannender und deswegen erwähnenswert, so finde ich es zumindest, ist die Geschichte dieses Liedes. Wie viele andere Weihnachtlieder gibt es einen besonderen Hintergrund.

„Oh Tannenbaum“ geht auf ein Lied aus dem 16. Jahrhundert zurück, welches zu Beginn des 19. Jahrhunderts auch als schlesisches Volkslied gesungen wurde.

Es gab eine Strophe:
O Tanne, du bist ein edler Zweig,
Du grünest Winter und die liebe Sommerzeit
Wenn alle Bäume dürre sein
So grünest du, edles Tannenbäumelein

Welche die Basis für das Volkslied „Oh Tannenbaum, du trägst ein‘ grünen Zweig“ diente. Seit Anfang des 19. Jahrhunderts ist uns dieses Weihnachtslied mit der bekannten Melodie überliefert.

Tragisches Liebeslied

In Anlehnung an dieses Lied schrieb August Zarnack (deutscher Prediger, Pädagoge und Volksliedsammler) (1777–1827) 1819 „Oh Tannenbaum“ ein tragisches Liebeslied. Er wurde von einer untreuen Geliebten betrogen. Der beständige Tannenbaum ist der sinnbildliche Gegensatz zu ihr. Wir finden dieses Lied heute noch im Allgemeinen Deutschen Kommersbuch. In der zweiten Strophe heißt es „O Mägdelein, o Mägdelein, wie falsch ist dein Gemüte“.  Zum Weihnachtslied wurde es, nachdem der Leipziger Lehrer Ernst Anschütz 1824 die erste Strophe beibehielt und die restlichen drei durch zwei andere ersetzte, in denen nur noch vom Baum die Rede ist.

Die uns bekannte Version

Der Brauch, Tannen als Weihnachtsbäume zum Fest aufzustellen, hatte sich längst etabliert. Die zweite Zeile des Liedes hieß ursprünglich „Wie treu sind deine Blätter“, da das Liebeslied einen Kontrast zwischen der Treue des Baumes und der Untreue der Geliebten bildete. Auch in Anschütz’ Weihnachtslied blieb das zuerst unverändert, jedoch wurde der Text „Wie grün sind deine Blätter“ im 20. Jahrhundert besser bekannt. Und so singen wir es meistens …..

Foto: pixabay.com

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