Weihnachtslieder

Wo kommen unsere Weihnachtslieder her?

Entstehung und Entwicklung der Weihnachtslieder-Tradition

Die Weihnachtslieder haben eine lange Tradition, doch wenn man es genau nimmt, sind die eigentlichen Weihnachtslieder Kirchenlieder. Ihren Ursprung haben sie bereits im Mittelalter. Dort sang der Priester während der Mitternachtsmesse am Weihnachtsfest, als Teil der Liturgie, lateinische Lieder. Es gibt keine Zeugnisse, dass Familien Weihnachtslieder zu Hause gesungen haben. enden in der Regel mit dem Ruf Kyrie eleison („Herr, erbarme dich“) und werden daher als Leisen bezeichnet.

Wir unterscheiden solche Kirchenlieder mit thematischem Bezug zu der Jesu Christi und der Weihnachtsgeschichte von Liedern, die zwar um die Weihnachtszeit gesungen werden, jedoch keinen solchen Bezug haben. Oft stellen sie die Winterzeit in den Mittelpunkt. Lieder wie »Leise rieselt der Schnee« oder »Schneeflöckchen, Weißröckchen« können treffender als Winterlieder bezeichnet werden. Hier handelt es sich um das Winterlied. Heutzutage sind sie so mit Weihnachten assoziiert, dass wir sie als Weihnachtslied ansehen.

Neben den Weihnachtsliedern gibt es auch Adventslieder. Sie fallen zwar in die Vorweihnachtszeit, doch der Text handelt von der Vorbereitung auf das Weihnachtsfest. Teilweise werden auch sie bereits zu den Weihnachtsliedern gezählt.

Entwicklung der Weihnachtslieder

Im Laufe der Jahre fand das kirchliche Singen und Krippenspiele Einzug in die Messegestaltung. Von dort war der Weg nicht mehr weit in die familiären Bräuche. Besonders in der Reformationszeit wurden volkssprachliche Kirchen- und Weihnachtslieder sehr populär. Martin Luther erdachte und übersetzte eine Reihe deutscher Weihnachtslieder. Sie sang die Gemeinde an Weihnachten im Gottesdienst. Teilweise übernahm er dafür auch Liedelemente aus Volksweisen. So „erfand“ er „Vom Himmel hoch…“

Im Laufe der Zeit wurde das Musizieren Bestandteil der standesgemäßen Erziehung im Bürgertum des 19. Jahrhunderts. Viele unserer bekannten Lieder, die wir zu Weihnachten singen, entstammen dieser Epoche. Liedgut aus anderen Ländern wurde dem deutschen Liedgut hinzugefügt.

Im 19. Jahrhundert wandelte die Glaubenspraxis und auch weniger fromme Lieder entstanden. Darunter fällt das heute so bekannte „Oh Tannenbaum“ oder auch „Morgen kommt der Weihnachtsmann“.

Krisenzeiten wie der Nationalsozialismus oder die DDR-Zeit brachten eine bewusste Profanierung bzw. Säkularisierung der weihnachtlichen Musik mit sich. Man dichtete christliche Inhalte um oder entwickelte Lieder komplett neu, um dem politischen Zeitgeist zu entsprechen.

Über den Ursprung des Lieds „Oh Tannenbaum“ habe ich bereits geschrieben unter

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.