Aufstellungen

Aufstellungen, Aufstellungsarbeit, Systemaufstellungen, systemische Aufstellungen

Aufstellungen Aufstellungsarbeit Systemaufstellung

Was ist eine Aufstellung oder Aufstellungsarbeit?

Der Begriff Aufstellungen oder Aufstellungsarbeit stammt aus dem Bereich der psychotherapeutischen Methoden. Dabei werden die einzelnen Mitglieder eines Systems (Familie, Beziehung, innere Anteile, Hierarchie, Organisation, Unternehmen) einzeln positioniert, oder auf ihren Platz gestellt. Also miteinander in Beziehung gesetzt. Das sieht ähnlich aus wie Figuren auf einem Spielbrett.

Die Anordnung der Mitglieder macht Zusammenhänge sowie Dynamiken innerhalb des Systems sichtbar. So zeigen sich auch bestimmte Beziehungskonstellationen, die im alltäglichen Umgang unsichtbar sind, weil sie sehr subtil wirken.

Veränderungen im System

Ein System ist immer bemüht, in Balance zu sein. Egal um welches System es sich handelt. Liegt ein Ungleichgewicht vor, versucht sich das System sich wieder auszugleichen. Mit anderen Worten, wenn sich ein Bestandteil wie in einem Mobile verändert, kommen auch alle anderen Elemente in Bewegung. Denn wir stehen in Wechselwirkung mit den Mitgliedern des Systems. Daher beeinflussen wir uns ständig bewusst oder unbewusst.

Auf der anderen Seite gibt es in einem System auch immer eine Struktur und Ordnung. Wichtig, damit es auch richtig funktioniert. Ist die Ordnung gestört, so gibt es meistens eine Störung. Wir haben ein Problem.

Ein bekanntes Beispiel wäre, wenn ein Kind auszieht, dann verändert sich das Familienleben. Es bleibt eine Lücke und die Eltern versuchen sie irgendwie zu schließen, indem sie vielleicht ein neues Hobby finden. Im schlimmsten Falle rutschen die Eltern in eine Sprachlosigkeit und leben nur noch aneinander vorbei.

Ich und auch andere Therapeuten gehen davon aus, dass alles Energie und Schwingung ist. Mit dieser Annahme erkennen wir im zwischenmenschlichen Miteinander auch gestaute und blockierte Energieströme.

Was ist das Ziel der Aufstellungsarbeit?

  1. Das erste Ziel ist es, die Beziehungskonstellationen sichtbar zu machen. Das heißt den Ist-Zustand einer Situation. Manchmal reicht schon eine Klärung der Situation.
  2. Das zweite Ziel ist es, die Blockaden oder Probleme im System aufzudecken. Danach finden wir heraus, was hinter dieser Blockade steckt. Beispielsweise haben wir herausgefunden, dass der Aufsteller immer wieder dasselbe Verhaltensmuster (wir machen teure Geschenke) aktiviert, wenn der Partner droht, die Beziehung abzubrechen. Dahinter liegt die Verlustangst, weil der Vater durch Scheidung den Kontakt zum Kind abgebrochen hat.
  3. Das letzte Ziel ist natürlich die Blockade aufzulösen und zu transformieren. Dazu könnten wir vielleicht zusammen ein Vergebungs- oder Ablösungsritual durchführen. Oft reicht auch nur eine herzliche Umarmung der Stellvertreter.

Abgespaltene Anteile in Aufstellungen

Sehr häufig haben wir es in dieser Arbeit mit abgespaltenen inneren Anteilen zu tun. Als Bild nehme ich jetzt innere Archetypen. Eine Klientin traut sich nichts zu. Sie kann sich nicht durchsetzen und wird von ihren Mitmenschen ausgenutzt. Ihr Aufstellungsthema ist Mobbing und Ausgrenzung. Während einer Aufstellung finden wir heraus, dass ihr innerer Krieger abgespalten ist. Diesen integrieren wir wieder im Laufe des Prozesses. Darauf aufbauend finden wir gemeinsam Lösungsmöglichkeiten und Potentiale für das gesamte System. Wenn alle Anteile wieder in Harmonie zueinander stehen, dann ist das System auch stabil und gesund.

Wer kann aufstellen?

Zunächst möchte ich einige Begriffe definieren. Die Person, die ihr System aufstellen möchte, nenne ich Aufsteller*in und die Mitglieder Stellvertreter*innen. Meine Aufgabe ist die der Aufstellungsleiterin. In dieser Rolle führe ich die Aufstellungen, kläre Sachverhalte oder stelle Fragen, um die Themen transparent zu machen. Ich reiche Taschentücher oder reiche ein Glas Wasser.

Aufstellungsarbeit kann ich mit echten Menschen als Stellvertreter oder auch Figuren (wie Spielkegel, Playmobil Männchen) in Einzelarbeit durchführen.

Jeder Mensch kann sein Thema oder sein System aufstellen. Dabei ist er immer ein Teil der Arbeit. Egal, ob mit Menschen oder mit Figuren gearbeitet wird. Wichtig ist, dass er die Thematik klar umrissen hat.

Welches System kannst Du aufstellen?

Wie oben schon erwähnt, können alle Systeme angesehen werden. Am bekanntesten sind Familiensysteme und dementsprechend Familienaufstellungen. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Familienmitglieder noch leben oder bereits verstorben sind. Denn auch Verstorbene beeinflussen mitunter noch das System und somit die Lebenden.

Ein Beispiel wäre, wenn Du immer wieder Verhaltensmuster in verschiedenen Situationen abrufst und zeigst, die sich aus Deiner Kindheit ergeben haben. Dein verstorbener Vater hat Dir immer gesagt, dass Du zu klein, zu dumm oder zu jung bist. Diese Zuschreibungen haben sich bei Dir festgesetzt und Du fühlst Dich unfähig Konfliktsituationen selbst zu lösen (weil Du ja zu dumm und zu jung bist). In der Aufstellung würde dann ein Stellvertreter die Rolle des verstorbenen Vaters einnehmen.

Verwendung von inneren Anteilen und Symbolen

Sehr häufig betrachten wir auch das System Du und Dein Körper mit all Deinen Anteilen. Von den Anteilen habe ich bereits oben gesprochen. In dem Fall arbeiten wir nicht mit Stellvertretern, die Familienmitglieder repräsentieren, sondern mit Symbolen oder inneren Anteilen. Ich bevorzuge die astrologischen Symbolaufstellungen. Beispielsweise: Selbstwert oder Minderwert, (mangelndes) Selbstvertrauen, Aggression, Durchsetzungsfähigkeit, Hingabe. Wir schauen, welche inneren Anteile blockiert sind, so dass das Zusammenspiel wieder in Fluss kommt.

Genauso, wie Aufstellungsarbeit im persönlichen Umfeld funktioniert, so wirkt sie auf der Ebene eines Teams, einer Gruppe, einem Unternehmen, oder ähnlichem. Auch in diesem Fall können die Stellvertreter in die Rollen von realen Personen schlüpfen (Chef, Kollege, Kunde) oder auch von Symbolen (Konkurrenz, Betrug, Konflikt, Ortswechsel). Die Liste könnte ich unendlich weiterführen.

Welches Thema kannst Du aufstellen?

Ganz pauschal gesagt, kannst Du jedes Thema aufstellen:

Beziehung / Partnerschaft

Beruf

Trauer

Finanzielle Problem

Körperliche Symptome und Krankheiten

Mobbing

….

Meistens zeigt sich, dass hinter der vom Aufsteller genannten Angelegenheit, eine ganz andere Problematik steckt, wie auch schon erwähnt.

Hier ein Beispiel: Du bist schon seit einigen Jahren Single und Du findest keinen neuen Partner. Alle Versuche laufen ins Leere. Kurze Affären befriedigen Dich nicht. Du fühlst Dich einsam und alleine. Im Laufe der Aufstellung ergibt sich, dass Du von Deiner Oma immer gehört hast, wie schlecht alle Männer sind. Demzufolge hast Du ein falsches und schlechtes Männerbild angenommen, unbewusst natürlich. Gefunden, erkannt und transformiert, das ist der Weg!

Ablauf einer Aufstellung

Ablauf von Aufstellungen

Der Ablauf kann immer etwas variieren.

Hier ein Beispiel: Du, die Aufstellerin, suchst Dir einen Stellvertreter und bleibst am Rand sitzen. Damit kannst Du die ganze Entwicklung erleben. Für jedes Familienmitglied oder für jeden Anteil suchst Du Dir eine/n Stellvertreter*in. Sie betreten ein definiertes Feld, beispielsweise den ganzen Raum. Das ist dann Dein Leben, Dein energetisches Feld oder auch morphogenetisches Feld. Sie spüren Deine Energie. Somit erklärt sich auch, warum sie Dinge von Dir wissen und aussprechen, die ihnen unbekannt sind.

Vielleicht bewegen sie sich in Deiner Art und Weise oder bekommen Deine Krankheitssymptome. Man muss es erleben, um es richtig zu verstehen! Manchmal verlieben sich Stellvertreter in Deinem Feld oder können sich auf den Tod nicht ausstehen. Diese und andere Emotionen sind größtenteils Deine. Sie spiegeln Dein Innenleben. Allerdings sind es auch teilweise ihre, denn sie sind nicht umsonst in genau dieser Rolle. Wichtig ist zu wissen, dass keiner die Emotionen und Äußerungen persönlich nehmen soll. Sie sind einfach nur Teil der Aufstellung. Daraus ergibt sich für die Stellvertreter auch gleichzeitig eine Veränderung.

Alle Personen dürfen sich frei im Raum bewegen. Keiner wird zu irgendwas gezwungen.

Verdeckte Aufstellungen

Ich ziehe die verdeckte Aufstellungsarbeit den offenen Aufstellungen vor. Warum? Wenn Stellvertreter*innen nicht wissen, welche Rolle sie innehaben und auch keine Ahnung vom Thema der Aufstellung, dann können sie ungetrübt reden und handeln. Ein Beispiel: Eine Stellvertreterin verkörpert verdeckt den Minderwert. Sie setzt einem anderen Stellvertreter Grenzen und sagt ihm die Meinung. Wüsste sie um ihre Rolle, so würde sie ihre Impulse und Äußerungen einschränken, was nicht zielführend ist.

Einzelarbeit

Aufstellungen-Aufstellungsarbeit-Einzelaufstellung

Stehen keine Stellvertreter zur Verfügung oder möchtest Du Dich nicht vor anderen Menschen zeigen, dann habe ich dafür Verständnis. Die Möglichkeit, die ich Dir dann bieten kann, ist die Einzelarbeit. In dem Fall ist unser Spielfeld eine Drehscheibe. Der Vorteil ist, man kann sie drehen und somit jeden Blickwinkel einnehmen. Das geht bei der Gruppenaufstellung nicht. Du musst Dich dann in die Rolle eines jeden Figürchens einfühlen. Und Du wirst merken, wie unterschiedlich sich die Männchen anfühlen, oder welch verschiedenartige Energien sie ausströmen. Sie stehen schließlich auch für unterschiedliche Anteile oder Systemmitglieder.

Die Art ist nicht für Dich geeignet, wenn Du Dich ohnehin schlecht in solche Therapieformen einfühlen kannst. Hast Du das Gefühl, dass Du Dich in solchen Situationen selbst betrügst und belügst, dann ist die Gruppenaufstellung die bessere Lösung.

Dauer

Die Dauer einer Aufstellung ist sehr unterschiedlich. Geht um nur darum, eine Situation zu überprüfen oder sichtbar zu machen, dann reicht vielleicht eine halbe Stunden. Wollen wir ein Thema gründlich transformieren, dann kann die Aufstellung auch anderthalb Stunden dauern.

Können Aufstellungen scheitern

Wie alles im Leben kann auch eine Aufstellung scheitern, weil die aufstellende Person noch nicht bereit ist, ihre Themen anzugehen. Das kann verschiedene Ursachen haben. Möglicherweise sind zu große Traumata im Energiefeld abgelegt. Es passiert auch, dass jemand aufstellen möchte und in der Aufstellung sagt der Stellvertreter immer, dass doch alles in Ordnung wäre. Dann kommen wir an dem Punkt nicht weiter. Wäre alles in Balance, dann würde keine Aufstellungsarbeit stattfinden! In dem Fall breche ich den Prozess ab. Es gibt auch therapieresistente Menschen, die schon alles ausprobiert haben, doch sich nicht trauen, tiefer einzutauchen.

Fazit

Was ist eine Aufstellung

Aufstellungsarbeit ist eine sehr persönliche und tiefgehende Arbeit. Wir sollten uns bewusst machen, dass Energien in Fluss kommen. Ich gehe sehr behutsam vor und habe Achtung vor den teilnehmenden Menschen.

Du musst bei mir nichts tun, was Du nicht machen möchtest. Und wenn Emotionen hochkommen, dann gebe ich Dir den Raum zu weinen oder zu lachen. Wir arbeiten in einem geschützten Raum.

Nach der Aufstellung gebe ich allen Beteiligten die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Oder sich zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal bei mir zu melden.

Eines solltest Du wissen. Die aufgestellten Themen haben sich meist in Jahrzehnten aufgebaut. Sie liegen tief und gehen mit einer intensiven inneren Transformation einher. Daher lass Dir Zeit. Erwarte keine schnellen Erfolge, sondern gib Deinem System, sei es Dein Körper, Deine Familie oder Beziehung Zeit, sich neu zu orientieren. Das geht nicht schnell. Manchmal stellen sich die sichtbaren Erfolge erst nach sechs Monaten ein. Der Weg geht vom inneren Veränderungsprozess zum äußeren.
Erwarte nichts und rechne mit allem.

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