Opfergaben oder Offerings – das tägliche, bunte Ritual der Balinesen

Opfergaben – Offering – Canangs

Es ist sehr schön zu sehen, wie natürlich die Menschen auf Bali mit dem Glauben umgehen. Überall liegen geflochtene Körbchen mit buntem Inhalt herum: Opfergaben oder Canangs. Wobei die Balinesen ihren Göttern etwas darbieten oder anbieten, nicht opfern im Sinne von „ein Opfer bringen“. So war es auch im Hotel. Täglich geht mindestens eine Mitarbeiterin (es sind meistens Frauen) und verteilt überall auf dem Hotelgelände Opfergaben. Zu Hause macht es meistens die Hausfrau und in den Geschäften die Angestellte.

Balinesen sind Hindus – im Gegensatz zu den Bewohnern der anderen indonesischen Inseln. Dem entsprechend sind Balis Einwohner sehr spirituell und verehren verschiedene Götter. Der Glaube ist ein fester Bestandteil des Lebens. Vielleicht ist das der Grund, warum man auf Bali sehr schnell entschleunigt wird – ganz automatisch.

Die Opfergaben bestehen aus den geflochtenen Körbchen aus Palmblättern, in das man viele unterschiedliche Blüten und Blumen legt. Außerdem fügt man noch irgendwelche Kleinigkeiten hinzu. Das kann beispielsweise ein Keks, Reis, Salz oder ein Geldstück sein. Es soll bunt sein und in der Regel auch rote und weiße Blumen enthalten. Das sind heilige Farben. Ein Räucherstäbchen ist auch immer dabei. Ein Räucherstäbchen ist auch immer dabei. Die Götter nehmen sich, was sie brauchen.

Die Verteilerin geht in einem ganz besonderen Ritual vor. Sie stellt die Opfergaben nicht nur einfach ab, sondern segnet sie mit heiligem Wasser, das ein Brahmane gesegnet hat. Meistens benutzt man eine Blüte. Diese wird in das Wasser getaucht und dann über das Opferkörbchen ausgeschüttelt. Da alle Segnungsrituale drei mal gemacht werden, macht sie es natürlich genau so.

Ich habe auch ein „Offering“ bekommen, wie man diese Opfergaben auf Englisch nennt. Sind die Opfergaben einmal verteilt, dann können sich die Götter bedienen. Offerings liegen überall herum, vor den Hotelzimmern, auf den Altären, am Hauseingang oder der Toreinfahrt. Haben sich die Götter bedient, so kann man auch darauf treten oder mit dem Auto drüber fahren. Macht nichts! Da sind die Balinesen pragmatisch.

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