Was ist die große Konjunktion?

Die „große Konjunktion“, also dem scheinbaren Zusammentreffen, von Jupiter und Saturn im Wassermann findet am 21. Dezember statt. Davon habe ich schon in meinem astrologischen Beitrag Anfang 2020 berichtet. Doch heute steige ich tiefer in die Frage ein, was die Konjunktion ist und was sie für uns bedeutet.

Große Konjunktion
Große Konjunktion Jupiter-Saturn

Was ist diese Konjunktion mythologisch gesehen?

Diese Sternkonstellation wird auch „der Stern von Bethlehem“ genannt. Man bezeichnet sie ebenso als Dreikönigsstern, Weihnachtsstern oder Stern der Weisen.

Eine besondere Himmelserscheinung hat nach, so das Matthäusevangelium, den drei Weisen aus dem Morgenland den Weg zu Jesus gezeigt. In früheren Zeiten haben die Menschen besondere Himmelsphänomene immer als Hinweis auf ein großartiges Ereignis gesehen. Ob es diese spezielle Konstellation in genau dieser Zeit gab, ist nicht gesichert, eher eine andere Planetenkombination. Allerdings gibt es eine Berechnung, dass diese Konstellation im Jahre 7 vor Christus stattgefunden haben soll. Übrigens, Theologen bezweifeln, dass es diesen wegweisenden Stern überhaupt gegeben hat.

Was ist die Jupiter-Saturn Konjunktion astronomisch gesehen?

Doch kehren wir zurück ins Jahr 2020. Vor Weihnachten findet diese astronomische Besonderheit statt. Dabei nähern sich die beiden Planeten stärker als sonst an. Da die beiden Himmelskörper die größten sind, die wir mit bloßem Auge noch sehen können, fällt sie wirklich auf.

Nur ein winziger Abstand von einem Fünftel Vollmond-Durchmesser. So nahe waren sie sich seit dem 17. Jahrhundert nicht mehr.

Am Himmel können wir das Spektakel mit bloßem Auge erkennen. Wir sehen einen hellen Doppelstern, jedoch nur, wenn der Himmel klar ist. Jupiter ist der hellere Planet, Saturn zeigt sich in einem fahlen, gelblichen Licht und ist merklich lichtschwächer. Wir finden dieses Planetenpaar am tiefen Südwesthimmel. Leider dauert das Spektakel nur maximal eine Stunde.

Mit bloßem Auge erscheint uns der Abstand wie die Größe einer 1-Cent-Münze, die wir aus 10 Meter Entfernung betrachten. Allerdings findet dieses Planeten-Treffen nur scheinbar statt. Denn in Wirklichkeit zieht Jupiter vor dem rund doppelt so weit entfernten Saturn vorüber.

Jupiter braucht fast zwölf Jahre, um einmal den Tierkreis zu umrunden. Dagegen läuft der langsamere Saturn in ungefähr 29 Jahren durch den Tierkreis. Dabei treffen sie alle 20 Jahre aufeinander und es kommt zu einer Konjunktion. Das nächste Rendezvous der Giganten in ähnlicher Distanz findet in 60 Jahren, im Jahre 2080 statt.

Was ist die große Konjunktion im Luftzeichen historisch gesehen?

Der letzte Wechsel dieser Kombination von einem Erdzeichen in ein Luftzeichen liegt 600 bis 800 Jahre zurück. Es ist die Zeit der Gotik, die ich als Astrologin und Stadtführerin in Köln besonders spannend finde. Was wäre zum Beispiel Köln ohne seinen gotischen Dom.

Jupiter-Saturn Konjunktion-historinsch: Kölner Dom
Kölner Dom

In dieser Epoche des Mittelalters änderte sich das Denken der Menschen. Und diese Auswirkungen finden wir nicht nur in der Architektur. Doch an diesem Beispiel sehen wir es sehr bildlich. Die Baumeister und Handwerker hatten ihre Technik weiterentwickelt und konnten nun höher und lichter bauen. Das kompakte Mauerwerk wich Säulen und großen Buntglasfenstern. Es war die Zeit der Kreuzgewölbe. Filigrane Türmchen zierten das Äußere. Der Sinn dahinter war, dass die Menschen Gott näher sein und hoch hinaus wollten.

Große Städte bildeten sich. Köln wurde die größte Stadt nördlich der Alpen. Und hier bin ich ganz in meinem Stadtführerinnen-Element, erblühte. Gilden, Gaffeln und Zünfte entstanden. Sogar Frauenzünfte. Die Bürger schlossen sich zu Gemeinschaften zusammen. In Köln wurde beispielsweise der regierende Erzbischof abgesetzt und die Bürger regierten ihre Stadt selbst.

Um es kurz zu machen, der Zeitgeist und die Gesellschaft veränderten sich. All das wirkte sich auf das Leben aus.

Was ist die große Konjunktion astrologisch gesehen?

Am 21. Dezember treffen Jupiter und Saturn auf 0°29‘ im Wassermann zusammen. Und damit beginnt auch der neue Zyklus der beiden. Immer wenn Jupiter und Saturn aufeinander treffen, beginnt etwas Neues. In den nächsten fast 200 Jahren begegnen sie sich immer auf „luftigem Boden“. Damit meine ich, dass die folgenden Aspekte immer in einem Luftzeichen stattfinden wird. Ganz im Gegensatz zum vergangenen Zyklus, der sich in einem Erdzeichen ereignete. Kurz, die Qualität wird wechseln und wir werden diesen Wechsel auch spüren.

was ist die große konjunktion
Konjunktion im Wassermann

Wir Astrologen schreiben dem Wassermann-Zeichen Eigenschaften wie chaotisch, rebellisch, freiheitsliebend, individuell, humanistisch, geistig, zukunftsorientiert, technisch, schöpferisch und viele mehr zu. Auf diesen Boden findet nun die derzeitige Konstellation statt.

Die beiden Planeten nennen die Astrologen „gesellschaftliche Planeten“, denn sie prägen unsere Gesellschaft. Jupiter steht für Ausdehnung, Wachstum, Entwicklung. Bei Saturn spricht man von Staatsapparat, Begrenzung, Struktur, Autorität. Zusammen bedeuten sie das gemeinschaftliche, soziale und wirtschaftliche Leben der Menschen.

Wie äußert sich diese Energie?

Es geht darum, dass wir mehr in unsere eigene Kraft kommen. Besonders unsere geistige. Vorbei sind die Zeiten, in denen wir Materielles anhäufen wollten. Mein Haus, mein Auto, meine Yacht. Nun haben wir die Chance, aus unserem engen Korsett auszubrechen. Wir können uns neue Strukturen aufbauen, die neuer Technik oder humanitärem Denken Platz bieten. Auf der alten Tradition bauen wir auf und verknüpfen sie mit einer neuen Vision. Vielleicht sind wir so richtig verrückt. Dabei ist der Weg weit wichtiger als das Endergebnis.

Manchen unter uns, die noch sehr erdgebunden und traditionsbewusst sind, werden möglicherweise ihre Schwierigkeiten mit dieser luftigen Epoche haben. Doch Wachstum und Entwicklung können wir nicht umgehen. Wahrscheinlich kommt erst das Chaos, bevor sich das Neue etablieren kann. Ich bin schon ganz gespannt auf diese neue Zeit!

Ich glaube, dass wenn wir erst diese luftig-geistige Energie spüren, dass wir deutlich flexibler werden. Das Jahres 2020 war geprägten durch die schwere Energie des Steinbocks. Bestimmt schwindet die anstrengende Schwere mit all den Einschränkungen und Begrenzungen.

Wir werden wieder mehr Kontakte zu anderen Menschen haben. Doch wir werden diese Begegnungen anders erleben. Es kommt viel mehr darauf an, sich zu vernetzen, in Gruppen zu sein, ohne dabei seine Individualität zu verlieren. Alle zusammen mit der Besonderheit jedes Einzelnen. Unser Austausch bekommt eine stärkere Ausrichtung zum Denken, Wissen, Technik.

Damit können wir Großes erreichen. Und Jupiter ist der Planet der Größe, Fülle und Ausdehnung. Durch seine Energie lassen wir uns begeistern und sind optimistisch. Im negativen Sinne überheblich und verschwenderisch. Glücklicherweise steht ihm Saturn zur Seite. Dieser regelt, manchmal maßregelt er sogar. Mit seiner Kraft können wir viel schaffen, denn wir halten durch und übernehmen Verantwortung für unser Handeln. In Kombination dieser Stärken können wir die Welt verändern. Natürlich schaffen wir das nicht über Nacht, schließlich haben wir und die nachfolgenden Generationen fast 200 Jahre Zeit.

Wie könnte sich die Konstellation auf Corona auswirken?

Aus den Maßnahmen, die unter Corona getroffen wurden, ergibt sich eine Veränderung in unserer Gesellschaft und unserem Verhalten. Meine Hoffnung ist, dass wir menschlicher miteinander umgehen. Das entspricht dem Wassermann-Prinzip. Da die Technik voranschreitet, wird es Impfungen und Medikamente geben, die wirksam sind und wir damit die Pandemie eingrenzen können.

Allerdings steht erst einmal das Chaos an. Es könnte sich ergeben, wenn das mutierte Corona Virus uns erst einmal gefangen nimmt. Orientierungslosigkeit und Unsicherheit.

Über kurz oder lang werden wir wieder so mobil wie früher sein. Allerdings wird sich unser Arbeitsfeld verändern. Statt Reisen mehr Telefonkonferenzen. Homeoffice und mobile Arbeitsplätze sind keine Seltenheit mehr. Denn Arbeitgeber stellen fest, dass Mitarbeiter gute Leistungen bringen, wenn ihre persönlichen Bedürfnisse berücksichtigt werden. Die Schulen rüsten ihre IT-Technik auf, so dass individuellere Lernprogramme möglich sind. Wir kleben nicht mehr so an Sicherheiten und materiellen Dingen. Da fallen mir spontan die Hamsterkäufe von Toilettenpapier ein.

Sicherlich ist ein Blick in den nächtlichen Himmel es wert. Und wer weiß, vielleicht führt uns der „Stern von Bethlehem“ zu einer besonderen Erkenntnis!

Hast Du Interesse an Astrologie? Und möchtest Du mehr über Planeten und deren Auswirkungen auf Dein tägliches Leben haben? Dann lade ich Dich ein, Teilnehmer an meinem Jahresausblick 2021 zu sein.
Oder liegt Dir ein bestimmtes Thema auf der Seele, was Du näher beleuchten willst? Dann berate ich Dich gerne astrologisch.

Fotos: Foto 1 und 2: pixabay.com, Foto 3: Sabine Gläsel – Astroplus

8 Kommentare

  1. Ein wirklich sehr interessanter Beitrag. Ich hoffe wirklich das nächste Jahr wird etwas beschwingter als 2020!

  2. Claudia Gabriele Horn

    Liebe Sabine, danke für diesen Beitrag. Ich freu mich, dass deine astrologische Sicht meinem Gefühl entspricht.
    Magst du deinen Jahresausblick 2021 noch verlinken? Oder wo und wie bietest du den an?
    Herzlich Claudia

  3. Lieben Dank für diesen informativen Beitrag

  4. Liebe Sabine, danke für deinen ausführlichen Artikel. Ich finde es sehr interessant welche Auswirkungen die Planeten auf under Leben haben. Liebe Grüße Claudia

    • Liebe Claudia,
      ja, sobald wir uns ein wenig intensiver damit beschäftigen, können wir vieles besser verstehen.
      Ich habe vor, noch eine Vorschau auf Weihnachten zu verfassen.
      Herzliche Grüße und schöne Weihnachten, sowie ein erfolgreiches Jahr 2021, bleib gesund ♥️
      Sabine

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